Kaustangen aus Ghana

Die Verwendung eines Kaustäbchens ist eine einfache Aufgabe, die in der Regel schon in jungen Jahren von Eltern und anderen Verwandten gelernt wird. Es wird seit der Antike praktiziert und in vielen Kulturen zur Zahnreinigung eingesetzt. Auch heute noch bevorzugen in Ghana die meisten Menschen dieses traditionelle System der Mundgesundheit, da es kostengünstig und leicht erhältlich ist. Zu den in Ghana häufig als Kaustäbchen verwendeten Pflanzen gehören Garcinia manni (Sokodua), Terminalia catappa (Abrofonkate€), Psidium guajava (Guave) und Azadirachta indica (Neembaum).
Das Lieblingsmittel meiner Großmutter für die Mundgesundheit wurde aus dem Zweig von Garcinia manni (Sokodua) hergestellt, einer beliebten Pflanze im Süden Ghanas. Zwei Studien (Odongo et al., 2011 und Addai et al., 2010) zufolge hat die Pflanze eine Antistreptokokken-Wirkung und enthält Verbindungen wie Gerbsäure und Lektine, die die bakterielle Besiedlung, Karies und parodontale Erkrankungen reduzieren könnten
Es neutralisiert auch säurebildende Belastungen der Zähne und bietet daher ein großes Potenzial zur Vorbeugung von Zahnkaries.
Abgesehen davon, dass diese Pflanze die Mundhöhle pflegt, schützen Extrakte aus der Pflanze Forschungsergebnissen zufolge auch andere Systeme des menschlichen Körpers. Beispielsweise wurde festgestellt, dass wässriger Extrakt aus der Stängelrinde der Pflanze ernährungsphysiologische Antioxidantien enthält, die die Apoptose in Krebszellen induzieren und unterdrücken degenerative Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Schlaganfall), rheumatoide Arthritis und Diabetes (Clegg. 2007)
In der Pflanze vorhandene Gerbsäure und Monn können das Plasmalipidprofil verändern und eine hypolipidämische Aktivität zeigen, wodurch hohe Cholesterinspiegel im Körper gesenkt werden. Die Pflanze hat auch Antimalaria-Eigenschaften gezeigt (Chan et al, 2011)
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass meine Großmutter bereits an ihren Stäbchen kaute. Der Saft aus dem Stäbchen kann auch andere Teile ihres Körpers nähren und heilen und in gewissem Maße als Prophylaxe gegen bestimmte Infektionen wirken. Dann frage ich mich, ob diese Angewohnheit einer der Gründe dafür sein könnte, dass meine Großmutter und unsere Vorfahren im Vergleich zu unserer Generation lange lebten? Könnte es auch sein, dass diese Kausnacks der Zauberstab waren, der für Omas Gesundheit sorgte?
entnommen aus www.ghanaweb.com